25 Frauen. Ein Dienstagabend. Roséwein, gutes Brot und bester Käse, ein Gespräch das sich gewaschen hat und eine Frage, mit der der Abend eröffnet wurde:
„Wer von euch hat schon mal gehört: Das ist doch normal für Frauen?“
Fast alle Hände gingen hoch. Das Thema war gesetzt.
Der Abend
Wir waren zu Gast bei The Habit Frankfurt – meine PT-Homebase, also soweit gewohntes Terrain 🙂 Lieblings-Setting. Catering so simpel wie köstlich: Brot von butter, Käse und Quiche aus dem Käseladen in der Leipziger – auch hier: aus Bockenheim, meiner Hood 😉 unkompliziert, kein Besteck. Genau richtig für einen Abend, bei dem das Gespräch im Vordergrund stehen soll.
An meiner Seite hatte ich Sarah Schulz-Hagenkötter – Head of Digital Sales, Gründerin des Frauennetzwerks Generation NOW, und jemand, der seine eigene Geschichte mit einer Klarheit und Energie erzählt hat, die den Raum mitgenommen hat.
Der Talk mit Sarah
Sarah hat 15 Jahre lang starke Zyklusbeschwerden gehabt. Hat funktioniert — Meetings, Führungsrolle, Netzwerk. Und gleichzeitig immer wieder die gleiche Antwort bekommen: ist halt so. Die Diagnose Endometriose kam schließlich als Zufallsbefund, bei einer OP, die sie selbst durchgesetzt hat.
Was mich an ihrer Geschichte fasziniert: Sie erzählt sie nicht mit Verbitterung. Sie erzählt sie mit unfassbarer Klarheit und Neugier. Was ist da passiert? Warum? Was hätte ich gebraucht? Genau diese Energie hat den ganzen Abend geprägt.
Und weil Endometriose in Deutschland im Schnitt 7 bis 10 Jahre bis zur Diagnose braucht, ist Sarahs Geschichte keine Ausnahme. Sie ist die Regel.
Gender Data Gap — worum geht’s?
Das war der inhaltliche Kern des Abends. Bis in die 1980er Jahre waren Frauen systematisch aus klinischen Studien ausgeschlossen — Hormonschwankungen galten als störende Variable. Kein Witz. Das Ergebnis: Eine Medizin, die den männlichen Körper als Standard kennt, und Frauenkörper oft einfach als “kleinere Version” davon behandelt.
Das ist kein Vorwurf an einzelne Ärzte. Es ist eine strukturelle Lücke — und eine, die sich schließen lässt. Dazu gibt’s demnächst einen eigenen Blogpost.
Was der Raum mitgebracht hat
Die offene Gesprächsrunde und die Connection untereinander waren für mich das Highlight. Frauen, die seit Monaten ihren Zyklus tracken und damit zum ersten Mal beim Arzt ernst genommen wurden. Eine Unternehmerin, die überlegt, wie sie ihren Mitarbeiterinnen ohne Erklärungszwang Freiraum geben kann. Jemand, die ihre Blutwerte mit KI ausgewertet hat — und damit ihre Ärztin überzeugt hat, tiefer zu schauen.
Genau darum geht es. Nicht jammern. Verstehen. Handeln.
Was als nächstes kommt
Der Spring Circle startet bald — kleine Runde, tiefere Themen, echte Expertise. Wenn du dabei sein willst, melde dich direkt für den 18. Juni an.
Und hier auf dem Blog kommen zwei Vertiefungen:
→ Gender Data Gap: Was das ist, warum es dich betrifft, und was du damit anfangen kannst.
→ Health Literacy: Wie du besser vorbereitet in Arztgespräche gehst — ohne deine Ärztin in die Ecke zu drängen.
Danke an alle Frauen für diesen Abend. An The Habit für den Raum. An butter und den Käseladen in der Leipziger für das Essen. Und an Sarah — für die Offenheit.
Lisa
